Feuerlöschwesen Freiwillige Feuerwehr Fahrbinde


Am 22.Februar 1881 wurde auf dem Großherzoglichen Forsthof zu Friedrichsmoor mit dem Oberforstmeister Petersen als Ortsvorstand über die Bildung eines Spritzenverbandes Friedrichsmoor – Fahrbinde verhandelt. Wer aus Fahrbinde an dieser Sitzung teilnahm, ist nicht bekannt. Dorfschulze von Fahrbinde war zu der Zeit Bauer Johann Schwampe. Nach den Bestimmungen der Landesverordnung vom 04.März 1878 über das Feuerlöschwesen im Domian wurde Friedrichsmoor mit dem nächstgelegenen Dorf Fahrbinde zu einem Spritzenverband vereinigt. Als Folge der Bildung des Spritzenverbandes wurde durch den Schlossermeister J.H. Boltz aus Neustadt-Glewe eine pferdegezogene Handdruckspritze angefertigt und an den Verband Ende 1881 ausgeliefert. Die Spritze kostete 1050,00 Mark. Der erste Brand, welcher in Schriften genannt wurde, ist das Bauernhaus von Friedrich Schult. Es brannte im Februar 1881 nieder. 

Zur Unterbringung der Spritze wurde durch den Mauermeister H. Voigt ein Spritzenhaus errichtet. Er bekam dafür 800,00 Mark. Dieses Spritzenhaus diente bis 1979 zur Unterbringung der vorhandenen Technik und Feuerlöschgeräte. Die Kosten von 1850,00 Mark wurden im Verhältnis 29:13 zwischen Fahrbinde und Friedrichsmoor aufgeteilt. Über die organisatorische Struktur der Feuerwehr ist bekannt, dass es einen Feuerwehrhauptmann gab und mehrere Feuermelder, welche bei Bränden mit Tremolo-Fanfaren alarmierten. Nach Ende des 2.Weltkrieges kam es zum Neubeginn als nunmehr Freiwillige Feuerwehr Fahrbinde. Es waren etwa 10 bis 15 aktive Kameraden. Erster Wehrleiter war 1952 Gerhard Waldschläger. Ihm folgte ab 1956 Hans Boldt, 1960 Alfred Nehls, 1968 Werner Kall, 1978 Willy Meßmann und ab 1995 Gerhard Boldt. Am 02.März 2013 wurde in freier, geheimer Wahl Ralf Eggert zum Wehrführer gewählt. 

Feuerwehr 1962

Die erste Sirene wurde 1968 auf dem Schulhaus installiert und kam 1997 auf den neuen Schlauchturm. 1978 bis 1979 wurde in Fahrbinde das neue Feuerwehrgerätehaus mit Aufenthaltsraum in der Fritz-Reuter-Straße errichtet. Hier konnten dann auch Versammlungen und Ausbildungen stattfinden. 1982 wurde das alte Spritzenhaus abgerissen.

Feuerwehrhaus 01

1989 begann eine neue Epoche  – Deutschland wurde wieder vereinigt. So entstand 1991 die Partnerschaft mit der Freiwilligen Feuerwehr Siebeneichen im Landkreis Herzogtum Lauenburg.

Im Jahre 1991 wurde die Jugendfeuerwehr Fahrbinde gegründet, welche aus der Arbeitsgemeinschaft junge Brandschutzhelfer hervorging. 

 

Ausrüstung


Die Ausrüstung der Feuerwehr Fahrbinde bestand am Anfang aus der genannten pferdegezogenen Handdruckspritze. Dazu gehörte ein Wasserkübel auf einem Schlitten. Bekannt ist auch der Kauf eines Flechtkorbes und von vier Spritzeneimern.

Im 2.Weltkrieg wurden zur besseren Bekämpfung von Bränden durch mögliche Luftangriffe zwei 300 Liter fassende Wasserbehälter auf zwei Rädern angeschafft. Zusätzlich bekam jeder Haushalt eine Handpumpe.

1956 wurde die freiwillige Feuerwehr mit einer TS 8-8 ausgerüstet. Dazu gehörten zwei A-Sauglängen, drei B-Schläuche und sechs C-Schläuche. Um diese Gerätschaften transportieren zu können, wurde von Bäcker Booß aus Rastow ein ehemaliger zweirädriger Brotverkaufswagen erworben.

Etwa 1960-1961 bekam die Freiwillige Feuerwehr Fahrbinde einen Tragkraftspritzenanhänger. In ihm waren die Geräte besser untergebracht. Als Zugfahrzeug diente ein Traktor der LPG. 1979 wurde der Wehr ein LKW Garant K30, ein ehemaliges Löschfahrzeug, als Zugfahrzeug gestellt. Auf der Ladefläche des Fahrzeuges konnte ein Löschtrupp sitzen.

1983 erhielten die Kameraden anlässlich der 650 Jahrfeier von Fahrbinde einen fabrikneuen LKW Robur LO 2002, welcher später so ausgerüstet wurde, dass er einem LF8 entsprach.

1991 bekam die FF Fahrbinde ein LF 8 Typ Robur LO 1801, dieser diente vorher der FF Malliß. Der Gemeinde Fahrbinde wurde 1999 ein LF 16 Typ W50, Baujahr 1979, von der deutschen Bahn angeboten. Das Fahrzeug war komplett ausgerüstet und wurde für 4000,00 DM erworben. Dieses Fahrzeug ist heute noch Einsatzfahrzeug der Freiwilligen Feuerwehr Fahrbinde.

Anlässlich der 125 Jahrfeier wurde der Wehr eine neue Tragkraftspritze Typ „Rosenbauer Fox3“ durch Willy Messmann, als Vertreter der Gemeinde, überreicht. Die Kosten hierfür 8500,00 €.

2008 bekam der Feuerwehr ein besonderes Geschenk. Mit dem Mannschaftstransportwagen Mercedes Vito sind die Kameraden nicht mehr auf die freiwilligen, privaten Fahrer zu Einsätzen, Veranstaltungen und Wettkämpfen angewiesen.